Hygiene-Kampagne für das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Oder: Wie gegenseitige Achtsamkeit die Hygiene-Compliance steigert.

Rund 900.000 Menschen werden in Deutschland pro Jahr mit einem Krankenhauskeim infiziert. Infektionen, die zu einem großen Teil vermeidbar sind, wenn Hygiene-Richtlinien konsequent eingehalten werden.

Um die Hygiene-Compliance bei Mitarbeitern, Patienten und Besuchern zu steigern, entwickelten wir für das UKE ein „Interventionsprogramm“, das über alle Fach- und Hierarchieebenen hinweg ein gemeinsames Bewusstsein für mehr Hygiene im Arbeitsalltag schafft und damit die Patientensicherheit erhöht.

Die Kampagnenidee musste alle Zielgruppen ansprechen – vom Reinigungs- bis zum Ärzteteam, vom Besucher bis zum Patienten – und Hygiene als kollektive Aufgabe manifestieren. Gleichzeitig durfte sie keine Ängste bei Patienten und Angehörigen schüren, sondern im Gegenteil zusätzliche Sicherheit vermitteln.

Ziel war es, das Bewusstsein für die Bedeutung der Hygiene durch einen offenen Umgang zwischen allen Beteiligten zu fördern und ein Klima der gegenseitigen Achtsamkeit zu schaffen. Denn Hygiene im Krankenhaus war und ist Teamarbeit.

Aufgabe: Entwicklung eines Kommunikationskonzepts zur Steigerung 
der Hygiene-Compliance

Kunde: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)

Leistungen: Mitarbeiter-Workshops, Kampagnenkonzeption zur internen wie externen Kommunikation

Indikation/Thema: Krankenhauskeime, Vermeidung von Nosokomialinfektionen

Herangehensweise

Hygiene ist unverzichtbar und geht alle an. Daher steht die Kampagne unter dem Motto „Hygiene im UKE. Ohne Wenn und Aber!” Sie zeigt echte „UKE-Gesichter“ und greift in den Headlines mit Humor, Klartext und deutlicher Sprache alltägliche Kliniksituationen auf.

Grundlage des Konzepts waren die Ergebnisse aus Workshops mit allen Mitarbeitergruppen. So konnten wir die Authentizität und Identifikation erhöhen und mehr Handlungsmotivation schaffen. Die Kampagne und deren Bausteine sind so konzipiert, dass sie von der Kommunikationsabteilung des UKE mit internen Ressourcen umgesetzt werden kann und problemlos erweiterbar ist.

Umsetzung

Die Maßnahmen der Hygiene-Kommunikation des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) ruhen auf vier Säulen

Erstens: Aufmerksamkeit durch Plakate, TV-Screens und Hinweise auf der UKE-Website und im Intranet
Zweitens: Information durch Artikel und Interviews in der Klinik- und Mitarbeiterzeitung, Fachveranstaltungen und Informationsstände mit umfangreichen Materialien
Drittens: Erinnerungshilfen im Klinikalltag, wie Startbildschirme interner Systeme, Aufkleber oder Hinweisschilder an wichtigen Punkten
Viertens: Motivation durch eine Hygieneuhr für jeden Mitarbeiter, die die Armbanduhr ersetzt

Ergebnis

Die Kampagne hat den Hygiene-Diskurs im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf deutlich intensiviert. Achtsamkeit und gegenseitige Erinnerung haben über alle Hierarchie- und Fachebenen hinweg deutlich zugenommen. Zahlreiche Verbesserungsvorschläge sowie Ideen für neue Kampagnenmotive belegen, wie sehr sich die Mitarbeiter auch inhaltlich mit dem Thema beschäftigen. So haben wir mit der Hygiene-Kampagne im UKE nicht nur Akzeptanz, sondern aktive Beteiligung erreicht.

Für die vorbildliche Behandlung des Themas wurde das UKE 2015 mit dem KlinikAward (Sonderpreis der Jury in Silber) ausgezeichnet.